Italien, Piemont
Fällt der Name Piemont, schlägt das Herz vieler Geniesser höher. Mit dem Gebiet im Norden Italiens werden zuerst vielleicht als erstes die weissen Trüffel verbunden. Aber auch die drei Weingebiete Barolo, Barbaresco und Roero mit ihren bemerkenswerten Gewächsen.
Das Roero-Gebiet hat sich in aller Bescheidenheit – im Schatten vielen bekannter Produzenten – einen hervorragenden Namen geschaffen. Der Roero - vor allem bekannt dank der Weissweintraube Arneis - ist ein Hügelland mit einem ruhigen Gemüt. Nichts Spektakuläres, nichts Grossartiges, und vielleicht gerade deshalb von einer besonderen Schönheit. Weinbau wird hier bereits seit der Römerzeit betrieben. Schon Plinius der Ältere berichtete in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts von über 190 verschiedenen Weinen.
Heute haben ambitionierte Winzer den Roero aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Meist sind es Söhne, die den Betrieb von ihren Eltern übernommen haben und neue Wege in Sachen Qualität einschlagen. Zu dieser Garde der jungen Winzer zählen hierzulande bekannte Namen wie beispielsweise Mario Roagna. Er beweist mit einer Reihe von Weinen, welches Potenzial in dieser Gegend schlummert.
Mario Roagna, Priocca, Azienda Agricola Cascina Val del Prete

Die gegen Süden ausgerichteten, wunderschön gelegenen Reblagen von Roagna sind in einem Amphitheater der Natur eingebetet. Der bescheidene, eher introvertierte Winzer kennt jeden einzelnen Rebstock seiner rund 11 Hektaren. Kompromisse werden keine gemacht, denn nur aus gesunden, reifen Trauben können grosse Weine entstehen. Was im Weingarten anfängt, setzt Roagna im Keller fort. Der erfolgreiche Winzer hat sich ganz den Barriques verschrieben und will auch nichts von einer Modeerscheinung wissen. Kleine Fässer haben im Roero eine Tradition sagt Roagna. Sie würden sich besser als die grossen Fässer eignen, um grosse Weine herzustellen.
Mario Roagna beweist, dass er nicht einfach moderne Holzsäfte keltert, sondern strukturierte, kraftvolle Weine mit genügend Frucht.
